
Resonanz von Nellys Gemälden
Diese Werke - Gemälde und Collagen - mit einer Tendenz zur konstruierten Abstraktion sind wie das Feld eines Unbekannten, dessen Pulsschläge einem Überraschungseffekt unterliegen, mit dem Verlust jeder Figur, die das Bekannte erzählt.
Die ineinander verschachtelten Quadrate sind organisch zu einem chromatischen Ganzen verbunden, das auf weißem Hintergrund spielt, nach Belieben in skizzierten, bekräftigten, voneinander befreiten Farbtönen, wie diskontinuierliche, asymmetrische und dennoch lückenlos organisierte Rufe und Antworten. Jedes Quadrat ist eine Individualität die sich mit einem unerwarteten Relief abheben kann, sein eigener Gesang. Die Zusammenstellung der Farben ist nicht zufällig; sie gehört vielmehr in die Kategorie des Heiligen, in dem Sinne, dass sie Teil eines wahren Wunders ist, wie jedes natürliche Element je nach Grad des Lichts und der Selbsterhellung - die eigentliche Ursache für die Entstehung der Welt in unserem Hirn.
Weder Überlauf, noch Einfrieren, noch serielle Künstlichkeit. Ein anderes Ferment bereitet im Geheimen die Installation der Formen auf dem weißen Hintergrund vor, der überall und nirgends vertraut präsent ist. In ihrem geschlossenen Rahmen führen die Formen, willig, ihr eigenes Leben, auf wundersame Weise im Gleichgewicht in der Unausgeglichenheit. Es ist jedes Mal eine andere Überraschung, enthalten, organisiert, wie es ein lebender Organismus sein kann, gleichzeitig komplex aber kohärent.
Das Ganze erscheint als reiner Ausdruck, in einer reinen geometrischen plastischen Sprache, von völliger Transparenz, luftig, die weder versucht, den Blick durch Dekonstruktion der Welt festzuhalten oder zu verzweifeln, noch von irgendetwas zu berichten. Man kann sich ihm mit Glück nähern, die Aufrichtigkeit der Hand lieben, die sich bereit erklärt, klar zu sagen, was die Intuition ihr einflüstert.
Francine Maës, den 30. August 2016 – Übersetzung von Christophe Andresz, den 30. November 2024